Das Lichtlexikon

 

Hier werden die wichtigsten lichttechnischen Fachbegriffe von A bis Z erklärt

Quelle: licht.de

 

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Abschirmwinkel
Nach DIN EN 12665 ist der Abschirmwinkel einer Leuchte der Winkel zwischen der nach unten gerichteten Vertikalen und der Richtung, aus der die Lampen und die Flächen hoher Leuchtdichte gerade noch nicht sichtbar sind. DIN EN 12464-1 „Beleuchtung von Arbeitsstätten in Innenräumen“ definiert als Abschirmwinkel den entsprechenden Winkel mit Bezug auf die horizontale Ebene. Wenn der Abschirmwinkel nicht stimmt, besteht bei direkt strahlenden Leuchten die Gefahr von Direktblendung durch zu hohe Leuchtdichten. Um dies zu vermeiden, besitzen Leuchten Gehäuseteile, Lamellen oder Raster, die die Lampen abschirmen. Hohe Leuchtdichten können auch durch vorgesetzte opale oder prismatische Abdeckungen reduziert werden.

Adaptation
Fähigkeit des Auges, sich mittels Änderung der Pupillenöffnung an verschiedene Leuchtdichten anzupassen. Dadurch wird die Konstanz der Sehleistung über einen weiten Beleuchtungsstärkebereich ermöglicht. Intertemporal wird die Adaptation wesentlich bestimmt durch die Leuchtdichten am Anfang und am Ende der Adaptation. Während die Helladaptation (von dunkel nach hell) sehr schnell erfolgt, zieht sich die Dunkeladaptation (von hell nach dunkel) über einen Zeitraum von > 30 min hin.

Adaptive Beleuchtung
Dynamische Beleuchtung in Anlehnung an die Lichtverhältnisse eines Tagesverlaufs wird als "adaptive (auf Adaptation beruhend) Beleuchtung" bezeichnet. Anwendungsbereiche sind zum Beispiel die Beleuchtung von Räumen ohne Tageslicht, mit geringem Tageslichteinfall oder auch Großraumbüros mit großer Raumtiefe. Der simulierte Tageslichtverlauf kann einem programmierten zeitlichen Verlauf folgen oder sich an mit Sensoren erfassten Messwerten (einer oder mehrere unterschiedliche) orientieren.

Akzentbeleuchtung
Akzentbeleuchtung betont Raumbereiche oder einzelne Objekte. Akzentuierendes Licht lockert die Raumatmosphäre auf. Die Akzentbeleuchtung lebt von unterschiedlichen Beleuchtungsstärken: Sie spielt mit starken Kontrasten und harten Schatten, variiert Helligkeit und Lichteinfall. Sie kommt nur zur Geltung, wenn ihre Helligkeit über dem Niveau der Allgemeinbeleuchtung liegt.

Allgebrauchsglühlampen
Allgebrauchsglühlampen sind elektrische Lampen, deren Strahlung durch einen hocherhitzten Glühdraht (2.600 bis 3000 Kelvin) aus Wolfram erzeugt wird. Der Wolframdraht befindet sich in einem abgeschlossenen, mit Gas gefüllten, bei einigen Typen auch luftleeren Glaskolben. Der Hauptanteil der abgegebenen Strahlung liegt im infraroten Bereich. Glühlampen sind typische Temperaturstrahler: Nur etwa fünf Prozent der eingesetzten Energie werden in Licht gewandelt, der Rest ist Wärmestrahlung. Diese schlechte Lichtausbeute war der Grund für Australien (2007) und Neuseeland (2008) die Glühlampe ab 2009/10 zu verbieten. Angesichts der schlechten Energiebilanz steigt auch die EU aus der Glühlampen-Technologie aus: Ab 1. September 2009 werden Glühlampen verschiedener Ausführungen nicht mehr zugelassen, der Ausstieg erfolgt in vier Stufen.

Allgemeinbeleuchtung
Die Allgemeinbeleuchtung (für Wohnräume manchmal auch: Grundbeleuchtung) ist die einheitliche und gleichmäßige Beleuchtung eines Raumes. Sie gibt Übersicht und ermöglicht Orientierung. Spezielle Sehaufgaben an einzelnen Plätzen oder in Raumzonen werden nicht berücksichtigt. Die Allgemeinbeleuchtung stellt sicher, dass die Architektur, die Objekte und die Menschen im Raum sichtbar sind. Ergänzend können einzelne Plätze beleuchtet werden (siehe auch: Akzentbeleuchtung, raumbezogene Beleuchtung).

Arbeitsbereichsbezogene Beleuchtung
Die arbeitsbereichsbezogene Beleuchtung bezieht sich auf einzelne Arbeitsbereiche und deren unmittelbarer Umgebung. Nach DIN EN 12464-1 „Beleuchtung von Arbeitsstätten in Innenräumen“ ist sie die Alternative zur raumbezogenen Beleuchtung. Arbeitsbereichsbezogene Beleuchtung empfiehlt sich vor allem, wenn die Arbeitsplätze in einem Raum unterschiedliche Seh- und Beleuchtungsanforderungen haben. Eine stationäre arbeitsbereichsbezogene Beleuchtung setzt voraus, dass die Positionen der Arbeitsplätze und Arbeitsbereiche vor der Installation genau bekannt sind. Siehe zu diesem Thema auch: teilflächenbezogene Beleuchtung, Bereich der Sehaufgabe. Arbeitsplatzbeleuchtung oder Einzelplatzbeleuchtung Die Arbeitsplatzbeleuchtung oder Einzelplatzbeleuchtung stellt für einzelne Plätze im Raum Licht zur Verfügung, das auf spezielle Sehaufgaben abgestimmt ist. In der Regel ergänzt die Arbeitsplatzbeleuchtung die Allgemeinbeleuchtung. Eine spezielle Arbeitsplatzbeleuchtung ist zu empfehlen, wenn besondere Anforderungen an die Beleuchtung einzelner Arbeitsplätze gestellt werden, zum Beispiel erhöhte Beleuchtungsstärken, eine bestimmte Lichteinfallsrichtung oder eine spezielle Leuchtdichte. Siehe zum Thema auch: Arbeitsplatzleuchten, teilflächenbezogene Beleuchtung.

Arbeitsplatzleuchten
Typische Arbeitsplatzleuchten sind zum Beispiel Schreibtischleuchten. Sie beleuchten bestimmte Plätze (Arbeitsplatzbeleuchtung), wie zum Beispiel die Arbeitsfläche auf dem Schreibtisch. Arbeitsplatzleuchten werden immer zusätzlich zur Allgemeinbeleuchtung eingesetzt. Arbeitsplatzleuchten gibt es auch für Industrie und Handwerk. In der Arbeitswelt werden sie für die so genannte teilflächenbezogene Beleuchtung eingesetzt.

Arbeitsstättenrichtlinien
Eine den Arbeitsbedingungen angepasste Beleuchtung ist Grundvoraussetzung für die Verhütung von Unfällen. Deshalb hat der Gesetzgeber die Beleuchtung von Arbeitsstätten in die Arbeitsstättenverordnung (ArbStättV) aufgenommen und die Anforderungen für verschiedene Anwendungsbereiche in den Arbeitsstättenrichtlinien (ASR) konkretisiert. Die Anforderungen an die Beleuchtung von Arbeitsstätten sind in der ASR 7/3 formuliert. Bis spätestens 2010 will der Gesetzgeber alle ASR überarbeiten und vereinfachen. Als Ersatz für die ASR 7/3 wird die neue „ASR A3.4 Beleuchtung“ vorbereitet. Sie soll 2009 verabschiedet werden.

Ausstrahlungswinkel
Der Ausstrahlungswinkel ist der Öffnungswinkel des Lichtbündels einer Leuchte oder Reflektorlampe. Er wird bestimmt von der Bauart des Reflektors. Leuchten mit kleinem Ausstrahlungswinkel erzeugen kleine, hell beleuchtete Flächen. Lichtquellen mit breitem Ausstrahlungswinkel ergeben große, jedoch weniger hell beleuchtete Flächen. Im Öffnungswinkel sinkt die Lichtstärke auf die Hälfte des Maximalwertes ab. Für eine gleichmäßige Ausleuchtung (Allgemeinbeleuchtung, Platzbeleuchtung) müssen breit strahlende Leuchten mit großen Ausstrahlungswinkeln eingesetzt werden. Für die Akzentbeleuchtung ist in der Regel stärker gebündeltes Licht notwendig. Die Charakteristik von breit strahlendem Licht mit größeren Ausstrahlungswinkeln wird als „flood“ und „wide flood“ bezeichnet, die von eng gebündeltem Licht mit kleinem Ausstrahlungswinkel – zum Beispiel 10° – als „spot“.

 

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